Streit mit der Krankenkasse - Welche Mittel habe ich?

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Wenn Sie sich so verhalten, wie das die Krankenkasse gerne hätte, dann läuft alles bestens. Die Krankenkasse kann aber sehr schnell auf stur umstellen, wenn mal etwas nicht stimmt. In so einem Fall fühlen Sie sich wie der kleine David gegen den grossen Goliath. Sie werden mit Ihrem Anliegen nicht ernst genommen. Hilfe ist schwer zu kriegen. Wohin können Sie sich wenden in so einem Fall? Hier ein paar Tips:

Rechtsschutzversicherung

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, dann benutzen Sie diese. Normalerweise ist eine kostenlose Rechtsberatung inbegriffen. Schildern Sie Ihr Anliegen und sehen Sie, was die Leute dort meinen.

Rechtsberatung der Gemeinde

Zumindest im Kanton Aargau gibt es eine kostenlose Rechtsberatung der Gemeinde Ihres Wohnortes. Oft werden mehrere Gemeinden zusammengefasst. Monatlich wird abends gratis Rechtsauskunft gegeben. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde danach wann und wo diese Rechtsauskunft stattfindet. Bereiten Sie sich auf den Besuch vor. Sie sollten einfache und klare Fragestellungen haben. Die Beratung dauert wenige Minuten. Aktenberge mitbringen nützt daher nicht viel.

Für mich hat sich diese Auskunft als sehr hilfreich erwiesen. Der Hinweis auf OR Art. 86 ff war der Schlüssel zu meinem bisherigen Erfolg.

Rechtsberatung des Beobachters

Sind Sie Abonnent des Schweizerischer Beobachter, können Sie dessen Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Je nach Abonnement haben Sie ebenfalls eine Rechtsschutzversicherung.

Ombudsmann KVG

Für Meinungsverschiedenheiten mit der Krankenkasse ist der Ombudsmann KVG zuständig. Er hilft nicht in Rechtsangelegenheiten, aber er kann vermitteln. Wenden Sie sich an ihn. Am einfachsten verwenden Sie dazu das Formular auf der Website. Hier der Link:

https://secure.om-kv.ch/

Meine Erfahrung war, dass der Ombudsmann wenig hilfreich gewesen ist. Auf mein Anliegen ist er gar nicht eingetreten. Die Begründung war, dass ich bereits in einem Rechtsverfahren verwickelt sei. Meiner Ansicht nach stimmte diese Begründung nicht. Zu jenem Zeitpunkt war kein Verfahren offen. Lediglich eine Betreibung war hängig. Also eigentlich der beste Zeitpunkt für eine Einigung ausserhalb eines gerichtlichen Verfahrens.

Dennoch, wenden Sie sich unbedingt an ihn, schildern Sie ihm Ihr Anliegen. Wenn er helfen kann, dann besteht die Möglichkeit, dass sich Ihr Problem schnell und einfach lösen lässt. Dafür lohnt sich der Aufwand allemal.

Übrigens ist der Ombudsmann KVG gegenwärtig eine Frau mit einem Team von Mitarbeitern...

Gerichtliches Vorgehen

Wenn Sie zu Unrecht betrieben werden, dann werden Sie wohl Rechtsvorschlag einlegen. Geht die Versicherung darauf nicht ein, was sehr wahrscheinlich ist, dann werden Sie gegen den Ablehnungsentscheid der Versicherung Einsprache beim Versicherungsgericht Ihres Wohnkantons einlegen. Dies ist kostenlos.

Dieser Weg ist lang und steinig. Sie müssen unbedingt sehr genau darauf achten, dass Sie die Fristen jeweils einhalten. Es kann lange dauern, bis der Entscheid des Gerichts vorliegt. Natürlich sind andere Forderungen davon nicht betroffen und bleiben ununterbrochen bestehen.

Die nächste Instanz über dem Kantonalen Versicherungsgericht ist das Bundesgericht. Es kann sehr schnell sein, dass wenn der Entscheid des Versicherungsgerichtes der Versicherung nicht passt, Sie sich vor Bundesgericht wiederfinden.

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